Von Worten und Sprache

Ich laufe im Kreis mit meiner Sprache. Jetzt bin ich da, wo ich eben schon war. Es wiederholt sich. Ich suche Worte, die präzise sind, doch die Auswahl ist begrenzt. Wieder eine Umschreibung statt treffend. Wieder das Gefühl von beinah, doch nicht ganz.

 

In Tönen lande ich und bleibe dem Empfinden treu. Ich berühre die zarten Gefühle, das Wallen in der Brust, die tatsächliche Kraft dahinter. Braucht es das Wort? Ich singe meine Geschichte der unentdeckten Worte. Mal klagend, mal hoffnungsvoll, mal tief verwurzelt im Unbekannten.

 

Eine Sprache aus den Zwischenräumen, für die Lücken und dort, wo das stottern anfängt. Doch würden wir uns dann besser verstehen, wenn uns die Worte nicht mehr fehlen? Würden wir integrierter leben, weil wir mehr Worte für das Unklare hätten? 

 

Ich liebe es festzustellen und erschrecke wie kurzweilig es doch wieder ist. Einen Moment stimmte diese Bezeichnung und dann kommt ein weiterer Aspekt hinzu und nichts passt mehr. Vielleicht ist es einfach vermessen Worte alleingültig zu sehen, irgendwie hängt mehr daran. 

 

Ein Prozess zu Sprechen. Ein Wort im Werden. Mehrere Worte für die selbe Sache und doch eher unter ihnen, etwas dergleichen. Und dann schaust du mich an und unsere Blicke reden. Es braucht keine Worte. Ich bin mir gewiss ohne Worte. Ich vermisse sie nicht. 

 

Ich habe verstanden. Wir brauchen Worte, wenn wir nicht verbunden sind. Sobald wir uns in der selben Frequenz bewegen, tauschen wir uns permanent fast unbemerkt aus. Wir vertrauen uns und erfahren was wichtig ist. Meine Worte sind überflüssig.

 

Janika

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