Komma - Eine kleine Geschichte von Freiheit

Kurzum, zwischen rein, das ist doch quatsch, hell von oben, kreisen im Hinterkopf, erheben, es sortiert sich neu, das ist merkwürdig, was passiert hier, ich probiere nur, nicht dass das was bedeutet, es muss das nicht, es muss das nie, wir haben das entschieden und jetzt ist es anders, es ist roh, unfertig, ein Versuch,

 

macht mich das jung, frisch, frei, neu, lebendig, mein Hirn arbeitet hinter den Augen und höher, ist das die Region aus der ich schreibe, es steht oben, drückt leicht und bündelt sich, was sagt das hier, nichts oder, doch etwas regt sich, etwas findet das hier interessant, ein Experiment, ist es so was, Sätze an Sätzen, getrennt durch ein Komma, wie wir Menschen getrennt durch eine Idee,

 

meine Gedanken haben ihren eigenen Rhythmus, ich höre es am Tippen auf der Tastatur, dann die Pausen in denen ich aufatme, ist das interessant, ist das wichtig, es ist wieder etwas heruntergekommen, mehr Front biete ich mit meinem Körper, ich warte auf den nächsten Gedanken, auf den nächsten Impuls, ich lasse es laufen,

 

ist es wichtig, dass ich nicht zensiere, ich weiß nicht, wo ist die Zensur, in was für einem Feld bewege ich mich, wo sind die Grenzen, wer hat es abgesteckt, entscheide ich über meine Gedanken, bin ich beeinflusst, geprägt, bin ich frei, ich gehe von hier nach dort und wieder nach hier, ist da eine Grenze, laufe ich im Kreis, ist die Grenze sichtbar, ich könnte doch weiter gehen, oder, wie nah kann ich mir kommen, wer bin ich, wer schreibt hier, bin ich die, die ihr kennt, bin ich die, die ich kenne, wer kennt mich wirklich, berühre ich mich, zart, vielleicht,

 

in Wellen streichelt mich die Aufmerksamkeit, das macht etwas in mir, etwas mit einem Lächeln, etwas Freudiges, da ist es lebendig, da ist es Glück, da seufzt es, da ist es einfach, es ist nicht schwer, es ist nur schwer solange man es nicht tut, so scheint mir, sobald ich ins Tun komme wird es leicht, es fließt, es löst sich aus den Einschränkungen, es findet Wege,

 

mich aufmachen, losgehen, ist das die Lösung, vielleicht eine Lösung für das Gefühl von Steckenbleiben, es geht weiter, wenn ich gehe, es geht weiter, wenn ich schreibe, solange ich schreibe, staut es sich nicht, solange ich schreibe findet es Bahnen, ich finde Bahnen, wenn ich folge, wenn ich das nehme, was da ist, es ist immer etwas da und so geht es weiter, das Leben ist Bewegung, ja, ich weiß, so heißt es und so erfahre ich es auch, gerade mal wieder und immer wieder,

 

oh, das macht Spaß, dieses Fortgehen und den Text wachsen sehen, nicht das Masse das Wichtigste ist, aber dieses Draufsein auf der Welle, Drinsein im Flow, wenn es nur nicht endet, immer diese Angst, erst vor der Bewegung, dann, dass die Bewegung endet, an sie, die Angst, kann ich mich echt nicht halten, sie ist einfach da und gibt ihren Senf dazu, lass sie reden und reagiere nicht auf sie,

 

so, jetzt genug mit der Spielerei, jetzt braucht es irgendwie noch eine geschickte Wendung zu einem Sinn, sagt es in mir, zugleich schimpft etwas zurück, hey, lass mir die Spielfreude, es geht nicht darum wer Recht hat, mal ist es so und mal so, wer will schon von Recht reden, Recht haben ist immer so fest, legt immer so fest, schließt aus, macht zu und einsam, irgendwie gibt es auch noch eine andere Möglichkeit, eine weichere, vielleicht auch einfach das Mitdemsein was nicht in Ordnung ist, da stehen und hilflos sein,

 

hallo, ihr Stimmen in mir, will mal einer behaupten, dass wir nicht voller Argumente sind, das ist ein Gequatsche und gibt es sie auch die Stille, ist alles wie ein Topf, mit lauter verschiedenen Zutaten, wo ist die Weite oder bin ich nur unter all den Zutaten, ich fühle mich vollgefressen, sind das Luxusprobleme, darf ich mich so gehen lassen, wenn die Welt voller Nöte ist, darf ich Zeit haben für all den Unsinn, mach was anständiges, die Sprüche kennen wir, ich habe sie auch, bin wohl auch begrenzt von ihnen, genau da sind die Türen zur Freiheit, da wo etwas in mir erschrickt, mich zurückhält und schaut ob mich einer gesehen hat, da wo ich mich verrate,

 

holla, bin ich zu weit gegangen, vielleicht darüber hinaus, was fürchte ich, was ist die Gefahr, vielleicht schützt mich die Naivität, ach, sie ist so schön, doch das Erwachen ist unangenehm, aber sie ist herrlich, sie meint es so gut mit uns allen, sie schützt mich auch vor den flachen Ansichten der Zerstörer, so mag ich nicht schauen, so mag ich die Welt nicht sehen, vielleicht trage ich eine rosa, rote Brille, vielleicht, aber es hält etwas lebendig in mir, etwas mit Spieltrieb, etwas losgelöstes, darum sitze ich vielleicht hier, schreibe einfach was mir in den Sinn kommt, ein Spiel, ein Vergnügen, einfach so, Worte aneinanderreihen,

 

ich mag Worte, ihre Art zu kommunizieren, sie können so direkt sein, so unverwechselbar, so konkret, ich sage wohl, sie können, das heißt nicht, dass es jeder beherrscht, mit den Worten das zu sagen, was er meint, daneben liegen ist möglich, gewollt oder ungewollt, ich will treffen, erst das was ich meine und dann dich, dafür suche ich Wege des Ausdrucks, der erste Schritt ist schon sehr schwer, das richtige Wort zu finden und dann auch noch so zu reden, dass du verstehst was ich meine, erstmal finde ich meine Worte und dann suche ich mich verstanden zu wissen,

 

es ist auch wie Bewegung, erstmal für mich und dann sucht sie den Dialog, mein Körper tanzt für sich, etabliert seine Gesten, dann öffnet er sich, bietet Kontakt an, sucht die Berührung, testet die Grenzen, streift die Peripherie, begegnet, geht in Beziehung, bezieht sich aufeinander, Frage, Antwort, ein gemeinsamer Tanz entsteht, jeder mit sich und beide miteinander,

 

wenn wir so reden könnten miteinander, mit Raum, wir üben, doch haben wir so viele Worte, die uns nicht gehören, so viele feste Bilder, so wenig Raum für das Unbekannte, als wären wir Worte, Meinungen, Schubladen, wir sind doch mehr, mehr als unsere Begrenzungen, wir alle, du bist mehr als das Bild, das ich von dir habe, kann ich das in mir erfahren, wenn ich dir begegne, kann ich über dich hinaussehen, über das was du mir sagst, was und wer du seiest, kann ich sehen, dass du mehr bist, das ich mehr bin, als meine Meinung von mir, kann ich mich immer neu erfahren, können wir uns neu erfahren, immer wieder, freisetzen, freisprechen, freimachen, freigeben, freilassen, freiwillig, freigiebig,

 

wir müssen es wollen, es gehört Geist dazu, ein Prise, aber eine entscheidende, das ist wie mit dem Salz beim Kochen, nicht zu viel und nicht zu wenig, ein zu viel könnte schon wieder Kontrolle bewirken, ich muss nicht alles wissen und nicht alles ausrichten, aber an dem einen Punkt muss ich es wollen, muss ich wollen mich auf etwas auszurichten, was mehr ist als ich selbst und dafür muss ich einen kleinen Schritt von mir selbst zurücktreten, ist das Liebe,

 

das hat viel mit Raumgeben, wie ich finde, zu tun, aber dann kann ich dich sehen, nicht mit Rahmen oder nur mit Teilrahmen, also mit den Widerständen, die wir zu dem Zeitpunkt haben und die okay sind, durch die ich dich spüre oder mich, aber nicht als Begrenzung oder Festlegung, nur um uns zu spüren, deine Kanten, an denen ich mich reibe, wir schleifen uns zu einem Kristall, schön oder, wenn wir uns trauen, es gab mal einen Film, liebe mich, wenn du dich traust, da ist wohl was Wahres dran, wir brauchen Mut zur Liebe, Mut uns zu Begegnen außerhalb unserer Meinungen über einander,

 

ich trete nicht mehr an, ich will diesen Kampf nicht mehr, ich will nichts mehr verteidigen und ich will nichts mehr vorwerfen, es geht anders, du kannst sagen was dein Schmerz ist und ich auch und wir können uns einig darüber sein, dass wir uns uneinig sind, ich kann dich sehen und mich gesehen fühlen, wir können uns ausreden lassen, wir können die Not des Anderen nachfühlen, ist das Empathie, ich lasse Raum, halte mich zurück, um dich zu spüren, zu begreifen, was deine Not ist, und auch ich, ich gehe ehrlich mit mir um, ich behaupte nicht ich wäre besser, ich sage was mich belastet, ich erkläre dir meine Not, auch die über dich, aber wir verstehen, dass es nicht gegen dich ist, das es nur mein Empfinden ist, das hilft uns einander zuzuhören,

 

nicht du bist falsch, ich habe diese Gefühle, aber nicht du bist es der sich ändern muss, vielleicht wirst du es tun, weil du es magst mir eine Freude zu machen, aber ich lasse dich frei, du kannst es frei entscheiden, aber ich fühle mich besser, wenn ich offen zu dir bin, wir verbinden uns in der Trennung, das ist sehr spannend und wir üben noch, aber es geht, es gibt tatsächlich eine Möglichkeit anders als über die Logik wieder in das Gefühl der Verbindung zu kommen, das ist so wichtig, wir erziehen uns nicht, ich manipuliere nicht, ich vertraue dir, ich vertraue mich dir an, ich vertraue mir, du vertraust dich mir an, wir sind freiwillig miteinander, wir sind selbstständig, wir entscheiden uns immer wieder neu,

 

das macht uns groß, wir schauen uns auf Augenhöhe an, es geht nicht um Macht, es geht um Beziehung, hier begegnen wir uns und uns selbst, das ist wirklich spannend, alles andere geht aneinander vorbei und wir bleiben einsam im Kampf um Anerkennung, ich erkenne mich an und so erkenne ich dich an und dann erkennen wir ein Wir, so mag ich leben, auf einer Entdeckungsreise, als Forschungsprozess, in Überraschung und immer fort, immer mit Komma und ohne Punkt,

 

Janika

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