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Vage und wichtig

Ich finde vor. Eine Fülle Vages. Unkonkret. Es entwischt mir bei jedem Griff, den ich versuche. Es entschwindet, bevor ich es verstehen kann. Aber es ist da, ja, da ist doch was! Ein Inhalt, eine Masse, ein Etwas, ein Empfinden.

 

Es ist wie auf eine Party zu kommen und man kennt niemanden. Man weiß nicht genau woran man sich halten soll. Als Raucher raucht man wohl. Vielleicht läuft man ein bisschen rum. Vielleicht schnappt man Gespräche auf und versucht sich zu integrieren. Vielleicht beobachtet man alles auf Distanz. Vielleicht fügt man sich in die Stimmung. Vielleicht passt es. Vielleicht ist es schwer.

 

Ob man Freund wird oder nicht, es ist da. Ein Feld. Immerzu. Irgendwie in Bezug. War es zuerst oder später? Es macht mir Glück. Einfach zu wissen, dass nicht alles Verstand ist. Mehr wohl zu spüren, dass nicht alles kontrollierbar ist. Das macht auch Angst. Aber auch reich und auf eine Art demütig.

 

Ich lerne damit zu kommunizieren. Ich beobachte, erkenne und plötzlich verstehe ich auch. Aber anders, tiefer und direkter. Es wirkt sich sofort auf mein Verhalten aus. Manches kann ich einfach nicht mehr so tun wie bisher. Einfach weil ich sehe, dass das gar keinen Sinn macht.

 

Das stellt mich vor die Frage: was möchte ich wirklich? Denn wenn ich eine Ahnung davon habe, was wohin führt, dann kann ich Verantwortung dafür übernehmen. Dann muss ich das sogar, denn wem kann ich es sonst in die Schuhe schieben? Das ist befreiend und erschreckend. Ich mache nur mir selbst etwas vor, wenn ich nicht in die Verantwortung gehe.

 

Bin ich bereit dazu?! Wenn ich meinen Fußabdruck sehe, wenn deine Reaktion Antwort auf mein Verhalten ist, wenn meine innere Haltung mir die Welt zeigt. Bin ich bereit für Selbstverantwortung? Gehe ich den Schritt mit dem in mir? Lasse ich mich ein auf den Prozess im Inneren? Auf die Konfrontation mit mir selbst?

 

Was brauche ich? Was nährt mich wirklich? Ich werde leiser. Etwas verdaut. Es ist nicht klar und doch gibt es eine Ahnung dazu. Es ist warm in der Brust und zufrieden. Ein Lächeln taucht auf. Es tut gut damit zu sein, es nicht zu verleugnen, nur weil es nicht greifbar ist. Es liegt eine Kraft in dem noch Unfertigen, wenn es das überhaupt ist. Ist denn nur Form fertig?

 

Janika

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Kommentare: 1
  • #1

    Theo (Donnerstag, 07 November 2019 10:33)

    Jaaa! Ganz schön vage... Stoff für einen Song...den das Leben schreibt☀️Ich liebe es wie tief Du Dich mit Worten auseinandersetzt und ihnen wieder die Bedeutung gibst die sie haben- für Dich. Und für alle die mit Unsicherheit konfrontiert sind... also fast alle�jedes Wort hat Zauberkräfte und die meisten sind gut getarnt oder auf den Kopf gestellt� danke fürs selberdenken und Brückenbauen...zum Gefühl zum Körper zum Leben�